Articles
- Details
- Last Updated on Wednesday, 06 July 2011 08:22
- Written by Markus K.
Lahmendes Windows...
Auf einmal geht nix mehr, die Prozessorauslastung am Host liegt bei 110% ("top" bei Quad-Core), über Remote Desktop bewegt sich so gut wie nichts mehr. Zefix, was ist da schon wieder los.
Vorausgegangen war ein Netzwerkproblem, vermutlich verursacht durch zu starken Zug auf das Netzwerkkabel beim letzten Umbau. In schöner Regelmässigkeit hat es bei einem Gigabit-Link die Verbindung unterbrochen. Erst dachte ich, dass es veilleicht ein Treiberproblem sei. Also einen neuen Kernel selbst gebaut und installiert. Der tat dann auch wunderbar. Erstmal... Die Verbindungsabbrüche waren weg, aber erst, bis ich gemerkt habe, dass der Linkspeed auf 100MBit gefallen war. Damit war dann klar, dass es am Kabel liegen musste. Der Treiber war immerhin noch der gleiche und bei 100MBit werden 4 Adern weniger benutzt als bei Gigabit. Ergo: Mind. eine Ader hat schlechten Kontakt. Neuer Stecker drauf und gut. Seitdem auch keine Verbindungsabbrüche mehr, alles funktioniert wunderbar mit 1000MBit/s.
Was aber nicht mehr tut, ist das virtualiserte WinXP. Der Start ist schon recht zäh, die Bedienung stellenweise machbar, meistens aber hängt dass ganze System rum. Falls man es schafft, den Taskmanager zu starten, sieht man, dass sich zwei Prozesse die Prozessorkapazität "teilen". "System" und "taskmgr.exe" ziehen jeweils abwechselnd 99% CPU Leistung. Da bleibt für andere Sachen nichts übrig. What the f...? !. Gedanke: Virus. Virenscanner laufen lassen bedeutet hohe Last, das wiederrum kollidiert mit der bereits bestehenden AUslastung. Aber immerhin, nach einer Nacht ist auch der Virenscanne rmit dem Windows-Verzeichnis fertig und hat nix gefunden. Hm, tja, mal Google befragen... Das spuckt nach einigen Artikeln doch tatsächlich den passenden Hinweis aus: Die Festplatten (in diesem Fall die virtuelle) laufen im PIO Modus (Programmed Input/Output) statt im wesentlich performanteren UltraDMA Modus. Aber warum? Im Gerätemanager von Windows kann man ja auswählen, was benutzt werden soll. Dort steht auch alles auf "DMA when possible". Nur effektiv benutzt wird PIO (laut Anzeige), was ich unbesehen glaube, wenn man die Perfomance des Systems ansieht.
Wie bekommt man das jetzt wieder geregelt? Die Auswahl im Gerätemanager ändert nichts daran. Es bleibt beim PIO Modus. Also noch mal Google anwerfen. Dort bekommt man mit den jetzt passenden Suchbegriffen schnell einen fruchtbaren Hinweis: In der Registry direkt ändern. Ja, warum nicht am offenen Herzen operieren, langsamer kann es nicht mehr werden und zur Not hat man noch ein Backup aus guten alten Zeiten, als die Platte noch mit UDMA lief ;)
Im Schlüssel "HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Class\{4D36E96A-E325-11CE-BFC1-08002BE10318}" finden sich Unterverzeichnisse "0000", "0001" etc. Diese stellen die IDE Controller dar. In diesen Unterverzeichnissen sind Schlüssel mit Namen "MasterIdDataCheckSum" bzw. "SlaveIdDataCheckSum" vorhanden. Diese Einträge löscht man (entweder den kompletten Schlüssel oder man leert den Inhalt, geht beides) und startet Windows neu. Angeblich soll die Änderung gleich etwas bewirken, bei mir hat sich aber erst mit einem Restart etwas getan. Immerhin war danach der DMA Mode wieder aktiv und das System wieder benutzbar und schnell. Auch die Prozessorlast auf dem Hostsystem ist deutlich niedriger.
{plusone}

