8. Flugsimulatorkonferenz (2010)
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- Last Updated on Monday, 15 March 2010 15:53
- Written by Markus K.
Ja, das war sie also, die 8. deutsche Flugsimulatorkonferenz in Oberschleißheim bei München. Auf historischem Boden, in der Flugwerft des Deutschen Museums, auf dem dienstältesten, sich noch im Betrieb befindlichen Flugplatz Deutschlands (btw.: 2012 ist 100-jähriger Geburtstag, ich erhoffe mir einige Zeitzeugen als Gäste).
Die Erwartung war natürlich, das man von den Ausstellern viel zu sehen bekommt und auch das eine oder andere Messeangebot mitnehmen kann. Leider war die Ernüchterung da, als wir den Ausstellungsraum (das war/ist der Hangar der Flugwerft) betraten. Zwei Tische von FlightXPress und dem FS-Magazin, anfangs 2, danach dann 3 Full Scale Simulatoren... War es das etwas schon? Kann doch nicht sein. Über eine Treppe ging es aber noch in den 2. Stock im "Verwaltungsflügel" der Flugwerft. Dort war dann etwas mehr los (ob das an der Catering Ecke lag?), Aerosoft, VACC, Flugsimulator Berlin und noch ein paar kleinere Soft- und Hardwareanbieter waren dort zu finden. Und auch der Vortragsraum, genannt Lillienthalsaal.
Markus und ich haben uns zwei der Vorträge angehört. Der erste ging um die VACC Community, eine Einführung, was die Community macht, Vorstellung der Tools die dort genutzt werden und eine Einladung, das alles doch mal zu versuchen. Interessant fand ich, dass man dort Online-Kurse anbietet. Nicht einfach so, mal etwas erzählen und ein paar Interessierte hören zu. Nein, das ist professionell aufgezogen, mehrere Kurse, die aufeinander Aufbauen, (fast) jeder mit einer theoretischen und "praktischen" (im Simulator eben) Prüfung. Allein der Grundlegende Kurs geht über 7 Abende. Ich werde auf jeden Fall versuchen, dort den einen oder anderen Kurs mit zu machen.
Der zweite Vortrag wurde von Sim-Wings gestaltet. Es ging um das Thema "Szeneriegestaltung - Warum es so lange dauert". Am Beispiel der Mallorca Szenerie wurde erlöärt, welche Schritte ein Szenerieentwickler tun muß, bis das fertige Produkt im Laden steht. Vor allem, welche Details zu tun sind. Da reden wir gar nicht mehr von Beschaffungsproblemen für Texturaufnahmen. Gott sei Dank gibt es Flughafenbetreiber, die den Mehrwert eines detailiiert umgesetzten Flughafens in der Szenerie sehen und die Entwickler dementsprechend unterstützen und ihnen die Möglichkeit geben, Details zu sehen, die man sonst nie so zu Gesicht geschweige denn vor die Linse bekommt. Aber es geht auch anders, unsere französichen Freunde kassieren dafür eine Art Gema für den Architekten. Und auch sonst kostet es eine Menge Geld, auf dem Vorfeld fotografieren zu dürfen ;)
Wie dem auch sei, auch die Bearbeitung der enormen Datenmenge der Luftbilder für den Flughafen bzw. die Szenerie außen herum (in diesem Fall die Insel Mallorca) dauert. Die Umrechnung in das passende Koordinatensystem (damit auch alles von den Abmessungen, der Lage und der geometrischen Projektion stimmt) dauert im Fall Mallorca ca. 48h. Wohl dem, der nicht kurz vor Ende noch einen Fehler im Ausgangsmaterial hat ;)
Des Weiteren wurden noch einige Details angesprochen, vom dynamischen Verkehr (und die Schwierigkeiten, den im FS-X so umzusetzen, dass es auch gut aussieht) über so Sachen wie die Landebahnbefeuerung (auch dafür wurde ein "Hack" entwickelt, damit das realistisch aussieht und aus der Ferne nicht wie ein sehr heller Klumpen Licht aussieht).
Alles in allem hat man doch einen sehr guten Einblick in die Arbeiten gewonnen und man kann jetzt nachvollziehen, das das Szeneriedesign wirklich aufwändig ist (wenn man es denn ordentlich machen möchte) und das dort auch einiges an Kosten (Reisekosten/Spesen, Abgaben an den Flughafen für die Erlaubnis der Texturaufnahmen etc.) anfällt.
Die restlichen geplanten Vorträge waren nicht mehr so interessant für uns und wir haben dann (wenn wir eh schon die Eintrittskarte haben) noch eine Runde durch das Museum gedreht. Dort sind einige ältere und auch nicht ganz so alte (vor allem Düsenjets des Militärs) Exponate ausgestellt. Teilweise auch zum begehen. Auch wenn die Ausstellung nicht wirklich groß ist, alleine der Geruch der Flugzeuge ist der Besuch wert gewesen.
Mein Fazit für die Konferenz: Ich hatte mir mehr vorgestellt, aber alles in allem war es für uns dann doch noch ein schöner Tag, wir haben doch einiges Erfahren und vor dem Hardwarestand standen wir auch sabbernd und haben das nette Zubehör beguckt, was wir uns aber wohl nicht so einfach mal leisten können. Oder doch? Wie dem auch sei, auch wenn es anfangs nicht so aussah, hat sich der Tag gelohnt. Nach Paderborn würde ich dafür nicht fahren, aber in 2 Jahren ist es ja wieder hier in Oberschleißheim.

