Drucker MHD
- Details
- Last Updated on Wednesday, 21 April 2010 07:20
- Written by Markus K.
Das MHD wurde überschritten...
Wurde es wirklich überschritten? Das Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei Lebensmitteln ist das nachvollziehbar und nicht immer gesund, aber bei elektronischem Gerät? Naja, man hört ja gerüchteweise davon, dass Geräte einen Self-Destruction-Timer eingebaut haben sollen, besonders und vor allem natürlich bei Druckern.
Auch von Druckern aus dem Hause Canon hört man diesen Umstand zuweilen. Von unerklärlichen plötzlichen Elektronikschäden, von vollgelaufenen Tintenauffangbehältern (oder -Schwämmen). Eigentlich einfach zu ersetzende Teile, die aber, wenn es nach dem Hersteller geht, dem gesammten Drucker das Leben aushauchen.
Aber es geht auch etwas subtiler. Zumindest wenn man den Errorcodes der Drucker-LEDS glauben kann bzw. ja irgendwie auch muss. So hatte unser IP5200, bis dato ein sehr robuster, schneller, guter und haltbarer Drucker, nach einem Patronenwechsel schon mal die Marotte, den Wechsel mit einem Fehler (Patronen nicht erkannt,Patronen leer etc.) zu quittieren. Nun gut, es waren keine Orignalpatronen und nachdem man sich etwas mit den Fehlercodes und deren Behebung auseinander gesetzt hatte (einfach lange genug auf die Quitungstaste mit dem Dreieck drücken), funktionierte der Drucker auch anstandslos wieder. Mit dem kleinen Nachteil, dass der Tintenstand nicht korrekt angezeigt wird, aber wie gesagt, das waren keine Origonalpatronen und die Chips wurden von der leeren Patrone übernommen. Was aber aufgrund des Printservers, der sowieso keine Rückmeldungen vom Drucker zurück gesendet hat, kein wirkliches Problem war.
Dieses Mal jedoch war alles anders. Die einzigen Unterschiede zu vorher waren komfortablere Patronen, bei denen man den Chip nicht umständlich aufkleben musste, sondern einfach in eine passende Halterung schieben konnte und der Umstand, dass alle drei Farbpatronen (Cyan, Gelb und Magenta) zu wechseln waren. Der Chip war schnell eingeklipst, die Patronen ebenfalls. Komisch war nun, dass sie nicht wie sonst leuchteten.. Na gut, die beiden anderen leuchten ja auch nicht, wurden ja nicht gewechselt. Klappe zu, Druckkopf fährt umher. Länger als sonst und auch die vertrauten Geräusche der Patronenreinigung fehlten dieses Mal. Kurz darauf völlig neuer Blinkcode. Abwechselnd blinkte die grüne und orangene LED am Drucker. 19 Mal, gefolgt von einem längeren Leuchten der grünen LED. Aha. Schnell war die Erkenntnis da, dass diese Art von Blinkcode den schwerwiegenden Fehlern vorbehalten war. Im Detail war der Code für 19x abwechselnd Blinken ein Eletronikdefekt der Hauptplatine. Super... Woher auf einmal... Ob die Patronen keinen Kontakt haben bzw. einen Kurzschluß verursachen, weil sie evtl. schief eingesetzt sind? Nochmals alle raus, alle rein, es leuchteten wieder nur die beiden nicht ersetzten Schwarzpatronen. Hm, ist der Chip nicht korrekt ausgerichtet? Auch noch mal geprüft. Sieht alles gut aus. Also noch mal die Suchmaschine befragt, da erhaschte ich einen Nebensatz. Der Drucker hat an der linken vorderen Seite eine Fotodiode, mit deren Hilfe er die leuchteten Patronen erkennt. Hm, logischer SChluß: Keine leuchtende Patrone = keine erkannte Patrone... Ob das den "Elektronikdefekt" ausgelöst hat? Und vor allem, lässt sich der "Elektronikdefekt" beheben, wenn man leuchtende Patronen einsetzt? So ein Chip ist ja natürlich ein Stück Elektronik, aber nicht wirklich auf de rHauptplatine?!?
Schwiegermuttern hat ja einen IP4600, der nutzt die identischen Patronen. Also mal eben vorbeigefahren und den Drucker eingepackt. Zu Hause habe ich dann die Patronen getauscht. Und siehe da. Der IP5200 tut wieder. Gegenprobe, meine Patronen in den IP4600. Gleiches Verhalten, der Drucker meldet einen Elektronikdefekt. Also definitiv die Chips. Gut, sind auch noch die der ersten Originalpatronen und haben schon meherere Wechsel mitgemacht, der KLebstoff hat den Leiterbahnen wohl auch etwas zugesetzt.
Schwiegermuttern hatte aber noch einen Satz Ersatzpatronen inkl. Chip, den hab ich mir mal "ausgeliehen", damit funktioniert der IP5200 jetzt wieder anstandslos. Die bereits geöffneten Patronen mit dem Wechselchipsteckplatz werden dann als Ersatz für die bereits fast leeren Patronen des IP4600 herhalten. Frische Chips sind damit ja wieder zum Wechseln vorhanden.
Fazit aus der Geschichte: Traue keiner Fehlerbeschreibung eines Herstellers. Ich will nicht Wissen, wie viele eigentlich funktionsfähige Drucker bereits verschrottet wurden, nur weil der Fehlercode sehr Allgemein und Vernichtend gehalten wurde. Auch so verkauft man neue Drucker.

