Sandige Brücken
- Details
- Last Updated on Wednesday, 06 July 2011 06:52
- Written by Markus K.
Sandige Brücken
Zu Hause werkelt aktuell ein Sandy Bridge Testsystem. Ich möchte damit in nächster Zukunft mein AMD Phenom e9350 auf einem NVidia 8300 Mainboard ersetzen. Ich erwarte dadurch eine spürbare Energieeinsparung. Die Performance der Dual Core CPU steht dem Quad Core Phenom in nichts nach, bedingt durch den höheren Takt ist sie ja pro Core schneller. Mehr als 2 Cores habe ich in den seltensten Fällen ausgelastet, daher wird das nicht ins Gewicht fallen.
Ein Sandy Bridge System bietet im Zusammenspiel mit dem passenden Prozessor eine sparsame Basis für einen Server. Bedingt durch die Integration der Grafikeinheit in den Prozessor entfällt auf dem Mainboard der integrierte bzw. externe Grafikchip und damit eine zusätzlich zu kühlende Wärmequelle.
Der Versuchsaufbau zu Hause besteht aus einem MSI H67MA-E35 µATX Mainboard, 2x4GB DDR3-1066 Ram und einem Core i3 G620 Prozessor mit integrierter Grafik. Der Grafikchip kann die Videoausgabe in Hardware beschleunigen und somit der CPU Rechenarbeit abnehmen. Das ist wichtig, damit die CPU andere Dinge erledigen kann und das Bild während der Wiedergabe bei voller CPU Auslastung nicht ins Stocken gerät. Getestet habe ich das bei voller Auslastung der beiden Cores mit cpuburn (2x gestartet) und gleichzeitiger Wiedergabe von ServusTV HD. Dabei kam es zu keinem Ruckler oder Framedrops.
Die CPU ist momentan bei einer Temperatur von 37°C, unhörbar gekühlt von einem Scythe Big Shuriken bei ~ 630U/Min. Der Verbrauch am Energy Check 3000 liegt mit einer Uralt-Samsung Platte (die alleine braucht 10-12W Idle), einer Tevii S480 (~10W) und einem Hauppauge Nova TD-D DVB-T Stick bei ~50W inkl. HD-Wiedergabe über vaapi (ServusTV HD, 1920x1080i). Maximalverbrauch mit 2x cpuburn und HD-Wiedergabe (vaapi) lag im Versuchsaufbau bei ~70W. Das Netzteil ist ein Fortron 150W Netzteil aus dem Digitainer-Gehäuse. Der Idle-Verbrauch ohne Festplatte und DVB-S2 Karte bei Ubuntu Live-CD USB Boot liegt bei 28W. Hier könnte man mit einem passenden Netzteil noch das eine oder andere Watt einsparen.
Die für die Intel-HD vaapi Beschleunigung nötigen Libraries befinden sich noch in einem regen Entwicklungsstand, daher haben sie (verständlicherweise) noch keinen Einzug in die offiziellen Distributionen geschafft. Auch gibt es nur teilweise Pakete (Intel Grafiktreiber), von x264, libav (ffmpeg) und xine-lib-1.2-vaapi jedoch nicht. Diese Lücke habe ich dann mal geschlossen und baue meine Testlibs als .deb Pakete für Ubuntu Natty 64Bit. Diese Libs können natürlich auch andere verwenden, ich übernehme aber keine Garantie, dass immer alle Stände zusammen auf Anhieb funktionieren.
Das edgers-Repository für den X-Server kann wie folgt hinzugefügt werden
sudo add-apt-repository ppa:xorg-edgers/ppa
sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade
sudo apt-get install libva1 vainfo i965-va-driver libva-glx1 libva-dev mesa-utils
(von vdr-wiki.de) |
Mein Repository für die restlichen Pakete bekommt man so in das System:
sudo echo "deb http://repo.vdreceiver.de/intel natty main" > /etc/apt/sources.list.d/repo.vdreceiver.de.list
|
Als VDR Basis wird der in Ubuntu Natty verwendete vdr-1.7.17 genutzt, das plugin vdr-plugin-xinelibout ist ein halbwegs aktueller CVS Stand. Bevor ich zu Hause den Phenom ersetze, werde ich vermutlich noch eine yaVDR Zweig übersetzen, wahrscheinlich eher konservativ den stable.
Ach ja, einen Linux 3.0-rc4 Kernel gibt es da als Zugabe auch noch im Reository. Diesen verwende ich aktuell auf dem Sandy-Bridge-System und auch auf meinem Phenom Server, dort allerdings mit der Einschränkung, dass das nvidia Modul nicht gebaut wird. Das muss ich mir vielleicht noch angucken...
{plusone}

