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Air-Brush? Air-Brush!

Die Tage stand eine Renovierung eines Zimmers an, inkl. streichen der Wände und der Decke. Diesmal aber nicht per Hand mit Rolle und Abstreifgitter, sondern mit Technik.

Ich hatte beim letzten Umzug schon mit einem Gerät zum besprühen der Wand mit Innenraumfarbe geliebäugelt. Das war dann letztlich aber nicht notwendig, da der Nachmieter als Gegenleistung für die frühere Übernahme der Wohnung die Malerarbeiten übernommen hat.

Jetzt stand aber wieder eine Zimmerrenovierung an, weiße Farbe an Wände und Decke. Dieses mal mit einem (gebrauchten) Wagner Wall Perfect w985e. Das Gerät war ein Schnäppchen, bei Ebay Kleinanzeigen für 50€ erstanden (normal werden die Geräte auch gebraucht um die 150-180€ gehandelt), wenig benutzt und technisch in bester Ordnung.

Im Vorfeld hatte ich mich schon über die Vor- und Nachteile informiert. Auch wenn es einige kritische Stimmen gab, überzeugten mich schlußendlich doch die Vorteile. Vor allem bei dem "großen" Wall Perfect, welcher im Gegensatz zu den kleinen Modellen die Farbe nicht in einem kleinen 1l Behälter direkt am Sprühkopf mit sich führt, sondern direkt aus dem Gebinde saugt und über einen langen Schlauch und eine Art Sprühlanze, vergleichbar der Hochdruckreinigerlanze einer SB-Waschanlage, den Auftrag auf die Wand erlaubt.

Die "Probewand" war schnell vorbereitet (Fußleisten abkleben, Malervlies auf den Boden ausbreiten) und dann konnte es schon losgehen. Ich war erstaunt, wie einfach das Sprühen dann ging. Die Lanze einfach in gleichmässigen Tempo von unten nach oben führen und dabei soweit es geht waagerecht halten, dann kann gar nichts schief gehen.Ecken und Kanten werden sauber und ohne Tropfnasen gleichmässig weiß. Sehr schön!

Nächste Disziplin: Fenster. Hierbei muss man natürlich mehr abkleben, als wenn man mit Rolle und Pinsel arbeitet, aber ob jetzt unter dem Malerkrepp am Rand noch eine Folie mit steckt oder nicht, ist auch schon wurscht. Die Zeit, die man hier mehr investiert, hat man locker um ein Vielfaches mit dem Sprühen der Farbe wieder eingespart.

So, jetzt noch den Rest des Zimmers abgeklebt und dann kann durchgearbeitet werden. Da sich schon einige Möbel und auch Umzugskisten notgedrungen in der Mitte des Raumes türmten, zeigte sich gleich noch ein weiterer Vorteil der Sprühtechnik in Verbindung mit einer langen Lanze. Man kann bequem stehend die Decke auch über Hindernisse hinweg weißeln. Man muss nur darauf achten, dass man alles sauber abdeckt, da bei der Arbeit prinzipbedingt ein feiner Farbnebel entsteht, welcher sich überall festsetzt. Ich hatte den Fehler aber vorher schon gemacht und die Bodenabdeckung bei der ersten Probewand nicht vollständig gemacht, das durfte ich hinterher mit Wischen und Schrubben büßen. Wenn man sich vorher alles vorbereitet, ist das aber kein Problem.

An der Tür zeigte sich nochmals der Vorteil des Sprühnebels, mit einem Pinsel wäre die Bearbeitung des Zwischenraums zwischen Türzarge und der Wand am Durchganz recht umständlich gewesen (relativ wenig Platz, dazu noch eine Wandecke). Mit der Lanze eine Sache von wenigen Sekunden.

Alles in allem hat mich das Gerät überzeugt, die reine Zeit für das weißeln des Zimmers (12qm) inkl. Decke war keine 10 Min, vom 10l Gebinde Wandfarbe blieb noch einiges übrig. Der Auftrag mit der Sprühlanze spart also auch im Vergleich zur Rolle einiges an Farbe. Lediglich bei der Vorbereitung muss man etwas genauer arbeiten und wirklich alles, was nicht weiß (bzw. neu gestrichen) werden soll, abdecken. Was bei kleinen Räumen nach wenig Zeitvorteil klingt, ist dennoch vorhanden und wird spätestens bei größeren Flächen sehr deutlich. Ich freue mich jetzt schon auf die Renovierung des nächsten Zimmers!